Es ist 4:37 Uhr morgens in
Ubud/Bali. Ein Straßenhund in der Nähe fängt das kläffen an. Ich wache
auf und höre das Stimmengewirr. Es ist der morgen nach dem Besuch im
Tempel und im ersten Moment hört es sich so an, als wäre nicht weit
von meinem Zimmer ein riesiges Fest. Müde wie ich bin fällt es mir
schwer mich zu konzentrieren. Ist das ein lachen? Mal kommt es von
weit weg und dann ist es wieder näher. Ich richte mich auf und
lausche in die Nacht hinein. Die Geräuschkulisse ist wie ein Meer
das von einem Ende zum anderen der Stadt schwappt. Der Köter beginnt
wieder das kläffen und irgendwo knallt der Auspuff eines Mopeds.
Mein Kopf fühlt sich an wie gelähmt, doch langsam kommen meine
Gedanken in Fahrt. Der Hahn vom Nachbarn schreit: Kikeriki (Wobei es
sich mehr nach ÜörüÖeeeee anhört) und das Rätsel löst sich
auf. Das ist kein Fest in der Nähe, das sind Ubuds Hähne! Nachts,
wenn es in der Stadt ruhig wird und sich der Motorenlärm auf ein
Minimum reduziert, ist ihre Zeit. Sie rufen sich zu, was auch immer
sie zu sagen haben und das gekrähe zieht sich von einem Part des
Ortes zum nächsten und zurück.
Es wird noch eine Weile
dauern bis es hell wird. Bis die Bewohner ihren Tag beginnen.
Blumengestecke präparieren, Geschäfte aufsperren, zu Hause oder vor
dem Laden kehren und natürlich beten.
Bali ist schon ganz speziell
und ich bin glücklich es kennengelernt zu haben. Ich liebe das
Farbenmeer von Blumen, die man hier überall finden kann. An Statuen,
in kleinen aus Palmblättern gebundene Schalen, welche vor den
Eingängen von Häusern, Geschäften, auf Autos und an Mopeds, auf
Simsen.. Die Besitzerin des
Tunjung
Bungalows, verteilt täglich 65 gebunden Palmblätter mit
Blumen und 111 kleine quadratische Palmblätter mit Reis in und um
ihr Haus.
Viele Frauen und Männer tragen traditionelles Gewand. Bei
Frauen ist es Kamen (ein Sarong), darüber ein Kebaya (Oberteil) und
Anteng (ein meist Schal den man sich über das Kebaya bindet). Man
kleidet sie in dieser Reihenfolge an und es ist beim Kebaya wichtig,
das er vorne in der Mitte „endet“ bevor man ihn verknotet.
Gestern war eine Zeremonie
im Tempel und die darf man sich als Tourist ansehen, wenn man einen
Sarong trägt, sowie angemessene Oberbekleidung (Shirt mit Ärmeln
ist in Ordnung). Die Balineser haben eine Reihe von interessanten
Instrumenten. Die meisten davon werden mit einem Hammer gespielt, was
diesen blechernen Ton ausmacht.
In Bali kann man sich
stundenlang über Tempelanlagen und Riten belehren lassen. Sowie ich
das vor zwei Tagen erlebte, als mir ein junger Mann „seinen“
Tempel und das geheiligte Wasser in allen Einzelheiten vorstellte.
Die Blume hinterm Ohr ist hier vermutlich nur in seltenen Fällen
Schmuck, normalerweise wird sie beim Gebet genutzt und soll danach
Kraft und Energie geben.
Über Balis Natur zu
schreiben, würde vermutlich meinen Blog sprengen, also werde einfach
ein paar Bilder sprechen lassen.
Vielen Dank fürs lesen.
Ich versuche jetzt nochmal etwas zu schlafen, bevor der Motorenlärm
komplett zum Leben erwacht.



