Montag, 21. Mai 2012

Bali - Insel der Farben, Tempel und Hähne



Es ist 4:37 Uhr morgens in Ubud/Bali. Ein Straßenhund in der Nähe fängt das kläffen an. Ich wache auf und höre das Stimmengewirr. Es ist der morgen nach dem Besuch im Tempel und im ersten Moment hört es sich so an, als wäre nicht weit von meinem Zimmer ein riesiges Fest. Müde wie ich bin fällt es mir schwer mich zu konzentrieren. Ist das ein lachen? Mal kommt es von weit weg und dann ist es wieder näher. Ich richte mich auf und lausche in die Nacht hinein. Die Geräuschkulisse ist wie ein Meer das von einem Ende zum anderen der Stadt schwappt. Der Köter beginnt wieder das kläffen und irgendwo knallt der Auspuff eines Mopeds. Mein Kopf fühlt sich an wie gelähmt, doch langsam kommen meine Gedanken in Fahrt. Der Hahn vom Nachbarn schreit: Kikeriki (Wobei es sich mehr nach ÜörüÖeeeee anhört) und das Rätsel löst sich auf. Das ist kein Fest in der Nähe, das sind Ubuds Hähne! Nachts, wenn es in der Stadt ruhig wird und sich der Motorenlärm auf ein Minimum reduziert, ist ihre Zeit. Sie rufen sich zu, was auch immer sie zu sagen haben und das gekrähe zieht sich von einem Part des Ortes zum nächsten und zurück. 

Ich bin mir sicher hier gibt es mehr Hähne als Menschen. Es ist vor allem ein Hobby der jungen Männer, einen Hahn heranzuziehen und zu pflegen. Mich hat es schon mehr als einmal früh erwachen lassen. Wer also in Bali um seinen Schlaf fürchtet sollte nicht in einer Stadt oder in einem Dorf wohnen, denn neben dem Krähen, beginnt mindestens alle 15 Minuten ein Hund zu bellen und alle anderen Straßenköter und Haushunde fallen mit ein.

Es wird noch eine Weile dauern bis es hell wird. Bis die Bewohner ihren Tag beginnen. Blumengestecke präparieren, Geschäfte aufsperren, zu Hause oder vor dem Laden kehren und natürlich beten. 
Bali ist schon ganz speziell und ich bin glücklich es kennengelernt zu haben. Ich liebe das Farbenmeer von Blumen, die man hier überall finden kann. An Statuen, in kleinen aus Palmblättern gebundene Schalen, welche vor den Eingängen von Häusern, Geschäften, auf Autos und an Mopeds, auf Simsen.. Die Besitzerin des Tunjung Bungalows, verteilt täglich 65 gebunden Palmblätter mit Blumen und 111 kleine quadratische Palmblätter mit Reis in und um ihr Haus.

Viele Frauen und Männer tragen traditionelles Gewand. Bei Frauen ist es Kamen (ein Sarong), darüber ein Kebaya (Oberteil) und Anteng (ein meist Schal den man sich über das Kebaya bindet). Man kleidet sie in dieser Reihenfolge an und es ist beim Kebaya wichtig, das er vorne in der Mitte „endet“ bevor man ihn verknotet.
Gestern war eine Zeremonie im Tempel und die darf man sich als Tourist ansehen, wenn man einen Sarong trägt, sowie angemessene Oberbekleidung (Shirt mit Ärmeln ist in Ordnung). Die Balineser haben eine Reihe von interessanten Instrumenten. Die meisten davon werden mit einem Hammer gespielt, was diesen blechernen Ton ausmacht.

In Bali kann man sich stundenlang über Tempelanlagen und Riten belehren lassen. Sowie ich das vor zwei Tagen erlebte, als mir ein junger Mann „seinen“ Tempel und das geheiligte Wasser in allen Einzelheiten vorstellte. Die Blume hinterm Ohr ist hier vermutlich nur in seltenen Fällen Schmuck, normalerweise wird sie beim Gebet genutzt und soll danach Kraft und Energie geben.
Über Balis Natur zu schreiben, würde vermutlich meinen Blog sprengen, also werde einfach ein paar Bilder sprechen lassen.
Vielen Dank fürs lesen. Ich versuche jetzt nochmal etwas zu schlafen, bevor der Motorenlärm komplett zum Leben erwacht.




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