Montag, 17. Juni 2013

Heeey ab in den Norden, der Sonne hinterher..



Margaret River – Lancelin 395km
Lancelin – Dongara 238km
Dongara – Kalbarri 231km
Kalbarri – Denham 375km
_______________________________

Zwischenbilanz 1239km





Da sitze ich nun.
1009 Km von Margaret River entfernt, schlürfe Kaffee und blicke über die wunderschöne Bucht von Denham. So heißt der Ort vor Monkey Mia, das auf dem Weg hoch in den Norden die Touristen mit Delfinen lockt.
Jeden Tag werden sie früh morgens gefüttert und die Touris dürfen abwechselnd ins Wasser steigen und sie streicheln. Ich würde gerne ein paar schöne Bilder machen.
Morgens ist es so kalt, dass ich meist schon um fünf Uhr aus dem Zelt schlüpfe, um die Wärmflasche erneut zu füllen. Sollte also kein Problem sein bis acht Uhr geduscht, Tee getrunken, mein Zelt abgebaut und verstaut zu haben.
Morgiger Programmpunkt: Delfin Tourist! (oder auch nicht)


Heute ist es bewölkt, was keinesfalls die Schönheit der Aussicht schmälert. Wäre es hier nicht so kalt,
würde ich schnorcheln gehen. Hier ist das Wasser schön klar, seicht und überall Riffe.
Später werde ich die Küste entlangwandern und noch mehr Muscheln sammeln. Vielleicht sollte ich noch eine Kiste Klamotten heim schicken, damit ich die Tonnen von Sand und Muscheln heimbringen kann.

Gestern war ich am Shell Beach.
Das ist ein irre langer Strand voll mit Muscheln. Dort kann man tief graben und trotzdem nur Muscheln in den Händen halten. Es sind keine großen, sondern viele kleine. In der Größe unserer kleinen Hausschnecken.
Viele Besucher werden dort kreativ, indem sie mit den helleren Muscheln, meist Schriftzüge, auf die dunkleren Bereiche streuen. 
Das habe ich natürlich auch gemacht!


Was ich bisher auf dem Roadtrip erlebt habe, war nicht sonderlich spanned. Die einzigen kuriosen Momente waren einmal ein Jogger der, als ich ihn überholte, aussah als würde er mit einer olympischen Fackel unterwegs sein. Mitten im Nirgendwo. Das andere mal, ein unglaublich langsames, blickendes auf mich zurollendes Wohnmobil. Wo mir der Mann im Rennradler-Outfit, auf einem riesigen Einrad, erst auffiel als ich schon fast vorbei war.


Auf dem Weg nach Kalbarri wo ich das erste mal Zelten wollte, überquerte ein Ameisenigel gemächlich die Straße. Ich hielt an, um ein Bild von ihm zu machen. Er legte sich mitten auf die Straße und rührte sich nicht mehr. All meine Bemühungen ihn von der Straße hinunter zu bekommen, schlugen fehl. Also blieb mir nichts anders übrig, als weiter zu fahren. In der Hoffnung, niemand anderes fährt vorbei und macht ihn platt. Ich glaube er hat es überlebt, in den zwei Stunden die ich auf der Straße unterwegs war, kamen mir nur dreimal Autos entgegen. 


Ansonsten hätte ich kurz nach Kalbarri fast einen Ziegenbock gerammt, er meinte wohl es sei todsicher fünf Meter vor meinem Auto über die Straße zu springen. Mein Auto überstand das nur, da wir den Spazierfahrgang drinnen hatten und die Aussicht genossen.




Freitag, 14. Juni 2013

Wo ist eigentlich ..

Vermutlich haben sich das, die ein oder anderen (nicht dem Facebook verfallenen), da draußen gefragt. 
Ich war im Sumpf des Alltags gefangen. Und das mitten zwischen den traumhaften Stränden von Australien. Kaum zu glauben? War aber so!


Ein Jahr und sieben Monate nannte ich Margaret River meine Heimat. Es hatte mich, wie so viele andere vor mir, in seinen Bann gezogen.
Was ist passiert im letzten Jahr?

Wie sich der ein oder andere erinnern kann:
In Clairault, begann mit dem Verkauf von Wein, der Weinwahn.

Neben dem studieren von Weinbüchern, belegte ich auch einen Kurs am Campus von Margaret River. Abends wurden dort die „basics“ des Weinmachen's erläutert und wir haben viele Weine probiert, beschrieben und benotet. Natürlich war es nicht genug aus Büchern zu lernen, ich bin ein praktisch veranlagter Mensch und so probierte ich alles aus. 

Weintrauben pflücken (Sklavenarbeit!), Arbeit im Weinberg (Pflanzen von jungen Weinreben, etc.) und sogar an der bottleline habe gearbeitet.
Mein größter Wunsch war es „vintage“ zu machen, um die Bereiche rund ums Weinmachen zu komplimentieren. 

Vintage ist crazy! Vintage ist, während der Ernte im Weinkeller zu arbeiten (crazy). Hier werden die gepflückten Trauben rund um die Uhr geliefert und verarbeitet. Als außenstehender kann man sich nicht vorstellen, was alles mit dem Wein passiert, bevor er in der Flasche landet. Menschen die vintage arbeiten sind alle ein bisschen verrückt. Ich glaube das muss man sein, sonst hält man es nicht durch. In dem Weingut eines Bekannten gibt es die Regel, dass man sich während der vintage nicht rasieren darf. Verrückt! Gut das mir keiner wächst! Ob's dem Glück wirklich auf die Sprünge hilft, sei ebenfalls dahin gestellt. 

Zurück zu meinem Traum im Weinkeller (da fängt es schon an, es ist gar kein Keller!) zu arbeiten. Es ist gar nicht so leicht, ohne Erfahrungen, einen Job zu bekommen. Ich hatte ein bisschen Glück und Vitamin B, durch meinen Job bei dem Weingut Vasse Felix, was das älteste in unserer Region ist.
VINTAGE, also ja ich bin froh das ich nun hier liege und sagen kann es ist vorbei. Was für eine verrückte Zeit. Freunde rieten mir essen vor zu kochen und zu gefrieren. Ich tat das als winemakerhype (Die spinnen die winemaker) ab.. Mein Fehler! 

Für ca. 3 Monate war ich praktisch aus dem Verkehr gezogen, 5 waren es insgesamt.
Meine meist 12 Stunden täglich, waren sechs Tage die Woche. Ich bin Abends oder Morgens, je nach Schicht, todmüde ins Bett gefallen. Habe die Nacht durch, von Pumpen und Tanks, geträumt.
Ich glaub mir hat der Lärm fast mehr zu schaffen gemacht, als die harte körperliche Arbeit. Crusher, Pumpen (meist 6-7 um einen herum) und die Pressen. 
Den ganzen Tag über, habe ich unzählige von 6 bis zu 20 Meter langen Schläuche, durch die nicht gerade kleine winery gezogen. Eimerweise schleppte ich Säuren, Tannine und anderen Zusätze (die ihr gar nicht wissen wollt), die Treppen hinauf, um sie oben in die Tanks zu kippen. Die ersten Wochen bin ich vermutlich, alle 10 Minuten ein Minimum von 40 Treppenstufe hinauf und hinunter gestiegen.. so ging das von Februar bis Anfang Juni. 

Wie auch immer: I made it!
Ich habe mir einen weiteren Traum erfüllt! Jetzt mache ich Urlaub und jage den nächsten. Ya-Ha!