Sonntag, 6. Mai 2012

Ross River Fever – die Schattenseiten Australiens


Ich lebe nun seit über zwei Monaten mit dem Ross River Virus. Dieser Beitrag ist vor allem für Betroffene, die Antworten suchen. Das Ross River Fever ist in Deutschland so gut wie unbekannt, doch erkranken in Australien jährlich um die 5000 Menschen. Vor allem Reisende oder Einwanderer, die nicht Immun gegen diesen Virus sind.

Es begann alles mit einem harmlosen ziepen im Knie. Ich dachte ja ich hätte einen falschen Schritt beim Klettern Tags zuvor gemacht. Mit der Zeit wurde es ziemlich schmerzhaft. Nicht nur das Knie tat weh. Meine Fußsohlen waren geschwollen und schmerzten bei jedem Schritt. 
Als dann drei Wochen später eines meiner Knie steif wurde, bin ich doch mal zum Arzt gegangen. Nach einer Woche warten hatte ich das Resultat des Blutbildes: Ross River Fever (oder auch Ross River Virus)

Wissenswertes über Ross River Fever
Zum ersten mal aufgetreten ist der Virus in Queensland / Townsville, wo er nach dem dortigen Fluss, dem Ross River benannt wurde. Dieser Abrovirus (Virus der durch Gliederfüßer übertragen wird) gelangt durch einen Mückenbiss in den Blutkreislauf. Verstärktes Risiko galt bisher immer in Queensland und im Norden. Inzwischen hat sich aber der Virus in ganz Australien ausgebreitet. Es gibt einige Fälle in der Gegend von Busselton und mich hat es in Margaret River erwischt.

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 9 Tage (manche Quellen berichten von einer Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen).
Die Symptome: Plötzlich auftretende Gelenkschmerzen und -versteifungen (vor allem Nachts und Morgens), es kommt zu Schwellungen, Entzündungen, Rötungen und Erwärmung dieser. Weitere mögliche Symptome sind Müdigkeit, leichter Temperaturanstieg, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit.
Ich hatte Glück und habe nur Schmerzen, geschwollene und manchmal steife Gelenke.

Die Erkrankung ist selbstlimitierend, es gibt aber viele Fälle in denen die Symptome mehrere Monate oder gar Jahre auftreten bzw wiederkehren können.

Was kann man dagegen tun?
Nun kommen wir zum demotivierenden Teil dieses Krankheitsbildes. Doch zuvor kurz meine Erfahrungen mit der australischen Schulmedizin. Mein Arztbesuch lief folgendermaßen ab:
Ich bekam ein sogenanntes fact sheet ausgehändigt und ein Rezept mit dem ich mir 3x Schmerztabletten aus der Apotheke abholen konnte. Im Merkblatt steht was Ross River Fever ist, welche Symptome auftreten, wie sich der Virus verbreitet, etc.
Der deprimierende Part war:
How is it treated?
There is no specific treatment for Ross River virus infection.
Zu deutsch: Was kann man dagegen tun? - Nichts!

Das Wochenende danach war eines der schlimmsten überhaupt. Ich hatte zwei steife Knie, zwei steife Arme und steife Finger. Die kleinste Bewegung war extrem schmerzhaft und ich war richtig depressiv, da ich nicht wusste wie ich mit so einer Krankheit in Australien Geld verdienen und über die Runden kommen sollte.

Also habe ich mich auf die Suche im Internet gemacht. Das ist ehrlich gesagt nicht wirklich fördernd fürs Gemüt. In Deutschland ist dieser Virus weitestgehend unbekannt und so versuchte ich mein Glück mit englischsprachigen Seiten. Ich hatte Glück das “B.” von kimberleyaustralia.com einen guten und ausführlichen Beitrag auf ihrer Webseite ( http://www.kimberleyaustralia.com/ross-river-virus.html ) geschrieben hat.

Durch sie habe ich erfahren, dass das wichtigste ist das Immunsystem zu unterstützen, sich nicht zu überanstrengen und das ich Vitamin C zu mir nehmen soll.


Vorher
Ich habe also angefangen täglich Vitamin C, Fischöl und Magnesium zu
mir zu nehmen. In der ersten Zeit, als es wirklich schlimm war, habe ich drei mal täglich Diclofenac genommen (war das einzige was mir schulmedizinisch geholfen hat), dass hilft gegen Entzündungen und Schmerz. Als es besser wurde habe ich die Dosis verringert. Inzwischen nehme ich nur noch selten eine am Morgen.
Gesund Leben heißt gesund ernähren, aus dem Grund habe ich meine Ernährung komplett umgestellt. Im Internet fand ich diese Seite zentrum-der-gesundheit.de, dort habe ich mir Hilfe und Tips zur Umstellung geholt. Basische Ernährung stand nun an. Es ist mir wirklich leicht gefallen Alkohol, Kaffee, Zucker, Milch- und Mehlprodukte, sowie zu fettige Lebensmittel von meinem Speiseplan zu streichen, da ich jeden
Morgen unter steifen und schmerzenden Gliedern gelitten habe.


Nachher
Derzeit versuche ich so gesund wie möglich zu leben. Es wird besser und die Schmerzen haben stark abgenommen. Ich ernähre mich zu 70-80% basisch. Hin und wieder genehmige ich mir einen Kaffee oder ein Bier oder ein ganz normales Essen im Restaurant.
Vor zwei Wochen habe ich das allerdings ziemlich schleifen lassen, vier Kaffee und zwei Bier getrunken, viel Schokolade gegessen, das Resultat war am Wochenende wieder schmerzende Glieder und ein leicht steifes Knie.

Ich wünsche jedem Leser dort draußen, der Antworten gegen sein Leiden sucht, das allerbeste und viel Kraft gegen diesen Virus anzukommen. Vielleicht hilft es euch, wie mir was mir “B” auf meine Email geantwortet hat:
“This is a virus that forces you to live very, very healthy for a long time.“
Heute sehe ich das Ross River Fever als Chance so gesund und bewusst wie möglich zu leben.


Mein großes Glück war viele unglaublich liebe und tolle Menschen um mich zu haben, die mich aufgefangen haben und für mich da waren. Hier auch ein großes Danke an „B“ von kimberleyaustralia.com für den einzig nützlichen Beitrag im Internet. Ich vermute deine Seite hilft vielen verzweifelten Menschen. Die wichtigsten zum Schluss: Meine Mama und der Sepp die immer über Skype für mich da sind – Ich liebe euch!


2 Kommentare:

  1. Ach Du Schande! Armes Ding :( Ich wünsch Dir eine schnelle Genesung. Verfolge Deinen Blog immernoch und bin nun selbst in Down Under, kann daher nachempfinden was das für ein Schock gewesen sein muss.
    Find's toll das Du es nun im nachhinein als Chance siehst Dich gesünder zu ernähren und es wird sicher bald vorüber gehen.

    Alles Gute, Jules! das wird schon wieder :)

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  2. ich hoffe dir geht es bald wieder besser war richti geschokt als ich das gelsen hab ganz liebe grüsse nastia

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