Ich lebe nun seit über
zwei Monaten mit dem Ross River Virus. Dieser Beitrag ist vor allem
für Betroffene, die Antworten suchen. Das Ross River Fever ist in
Deutschland so gut wie unbekannt, doch erkranken in Australien
jährlich um die 5000 Menschen. Vor allem Reisende oder Einwanderer,
die nicht Immun gegen diesen Virus sind.
Es begann alles mit einem
harmlosen ziepen im Knie. Ich dachte ja ich hätte einen falschen
Schritt beim Klettern Tags zuvor gemacht. Mit der Zeit wurde es
ziemlich schmerzhaft. Nicht nur das Knie tat weh. Meine Fußsohlen
waren geschwollen und schmerzten bei jedem Schritt.
Als dann drei
Wochen später eines meiner Knie steif wurde, bin ich doch mal zum
Arzt gegangen. Nach einer Woche warten
hatte ich das Resultat des Blutbildes: Ross River Fever (oder auch
Ross River Virus)
Wissenswertes über Ross
River Fever
Zum ersten mal aufgetreten
ist der Virus in Queensland / Townsville, wo er nach dem dortigen
Fluss, dem Ross River benannt wurde. Dieser Abrovirus (Virus
der durch Gliederfüßer übertragen wird) gelangt durch einen
Mückenbiss in den Blutkreislauf. Verstärktes Risiko galt
bisher immer in Queensland und im Norden. Inzwischen hat sich aber
der Virus in ganz Australien ausgebreitet. Es gibt einige Fälle in
der Gegend von Busselton und mich hat es in Margaret River erwischt.
Die Inkubationszeit
beträgt 3 bis 9 Tage (manche Quellen berichten von einer
Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen).
Die Symptome: Plötzlich
auftretende Gelenkschmerzen und -versteifungen (vor allem Nachts und
Morgens), es kommt zu Schwellungen, Entzündungen, Rötungen und
Erwärmung dieser. Weitere mögliche Symptome sind Müdigkeit,
leichter Temperaturanstieg, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Übelkeit
oder Lichtempfindlichkeit.
Ich hatte Glück und habe
nur Schmerzen, geschwollene und manchmal steife Gelenke.
Die Erkrankung ist
selbstlimitierend, es gibt aber viele Fälle in denen die Symptome
mehrere Monate oder gar Jahre auftreten bzw wiederkehren können.
Was kann man dagegen tun?
Nun kommen wir zum
demotivierenden Teil dieses Krankheitsbildes. Doch zuvor kurz meine
Erfahrungen mit der australischen Schulmedizin. Mein Arztbesuch lief
folgendermaßen ab:
Ich bekam ein sogenanntes fact sheet ausgehändigt und ein Rezept mit dem ich mir 3x
Schmerztabletten aus der Apotheke abholen konnte. Im Merkblatt steht was
Ross River Fever ist, welche Symptome auftreten, wie sich der Virus
verbreitet, etc.
Der deprimierende Part
war:
How is it treated?
There is no specific
treatment for Ross River virus infection.
Zu deutsch: Was kann man
dagegen tun? - Nichts!
Das Wochenende danach war
eines der schlimmsten überhaupt. Ich hatte zwei steife Knie, zwei
steife Arme und steife Finger. Die kleinste Bewegung war extrem
schmerzhaft und ich war richtig depressiv, da ich nicht wusste wie
ich mit so einer Krankheit in Australien Geld verdienen und über die
Runden kommen sollte.
Also habe ich mich auf die
Suche im Internet gemacht. Das ist ehrlich gesagt nicht wirklich
fördernd fürs Gemüt. In Deutschland ist dieser Virus weitestgehend
unbekannt und so versuchte ich mein Glück mit englischsprachigen
Seiten. Ich hatte Glück das “B.” von kimberleyaustralia.com
einen guten und ausführlichen Beitrag auf ihrer Webseite (
http://www.kimberleyaustralia.com/ross-river-virus.html
) geschrieben hat.
Durch sie habe ich
erfahren, dass das wichtigste ist das Immunsystem zu unterstützen,
sich nicht zu überanstrengen und das ich Vitamin C zu mir nehmen
soll.
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| Vorher |
Ich habe also angefangen
täglich
Vitamin C, Fischöl und Magnesium zu
mir zu nehmen. In der
ersten Zeit, als es wirklich schlimm war, habe ich drei mal täglich
Diclofenac genommen (war das einzige was mir schulmedizinisch geholfen hat), dass hilft gegen Entzündungen und Schmerz. Als
es besser wurde habe ich die Dosis verringert. Inzwischen nehme ich
nur noch selten eine am Morgen.
Gesund Leben heißt gesund ernähren, aus dem Grund habe ich meine Ernährung komplett
umgestellt. Im Internet fand ich diese Seite
zentrum-der-gesundheit.de, dort habe ich mir Hilfe und Tips zur
Umstellung geholt. Basische Ernährung stand nun an. Es ist mir
wirklich leicht gefallen Alkohol, Kaffee, Zucker, Milch- und
Mehlprodukte, sowie zu fettige Lebensmittel von meinem Speiseplan zu
streichen, da ich jeden
Morgen unter steifen und schmerzenden
Gliedern gelitten habe.
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| Nachher |
Derzeit versuche ich so
gesund wie möglich zu leben. Es wird besser und die Schmerzen haben
stark abgenommen. Ich ernähre mich zu 70-80% basisch. Hin und wieder
genehmige ich mir einen Kaffee oder ein Bier oder ein ganz normales
Essen im Restaurant.
Vor zwei Wochen habe ich
das allerdings ziemlich schleifen lassen, vier Kaffee und zwei Bier getrunken, viel Schokolade gegessen, das Resultat war am Wochenende
wieder schmerzende Glieder und ein leicht steifes Knie.
Ich wünsche jedem Leser
dort draußen, der Antworten gegen sein Leiden sucht, das allerbeste
und viel Kraft gegen diesen Virus anzukommen. Vielleicht hilft es
euch, wie mir was mir “B” auf meine Email geantwortet hat:
“This is a virus that
forces you to live very, very healthy for a long time.“
Heute sehe ich das Ross
River Fever als Chance so gesund und bewusst wie möglich zu leben.
Mein großes Glück war
viele unglaublich liebe und tolle Menschen um mich zu haben, die mich
aufgefangen haben und für mich da waren. Hier auch ein großes Danke
an „B“ von kimberleyaustralia.com für den einzig nützlichen
Beitrag im Internet. Ich vermute deine Seite hilft vielen
verzweifelten Menschen. Die wichtigsten zum Schluss: Meine Mama und
der Sepp die immer über Skype für mich da sind – Ich liebe euch!